Interview mit Felipe Mora
Der Künstler des Monats Februar ist der Costarikaner Felipe Mora. Das Interview besteht aus einer Serie von grundlegenden Fragen über Kunst im Allgemeinen, im Besonderen aber in Costa Rica von einem sozialen, intellektuellen und persönlichen Standpunkt aus betrachtet.
Sehen Sie sich selbst als Künstler?
Nein.
Der Grund warum ich mich nicht selbst als Künstler sehe ist, ist zum einen, dass ich gerade erst ein Kunststudent bin... und zum anderen glaube ich, dass der „Titel“ eines Künstlers sehr prunkvoll ist und sorgfältig verwendet werden muss. Man ist kein Künstler nachdem man einen Universitätsabschluss erhalten hat, das kommt erst mit den Jahren und der Erfahrung... Ich spreche nicht über 2 oder 5 Jahre plastischer Produktion (nachdem man mit die grundlegenden Studien abgeschlossen hat); natürlich gibt es auch Ausnahmen.
Was hat Sie dazu bewegt den Weg Richtung Kunst einzuschlagen und was war Ihre erste Begegnung damit?
Der Grund warum ich diesen Weg ausgewählt habe war die Tatsache, dass ich an der Universität Kunst zu studieren begonnen habe... Ich habe diese Fakultät gefunden und wollte Grafikdesign studieren... ich wollte das schon machen seitdem ich 11 Jahre alt, da Grafikdesign, durch die Werbungen und Fernsehspotts (zweidimensionale und audiovisuelle), beeinflusst hat. Ich möchte damit auf den Punkt kommen, dass ich in meinem vermeintlich vorgezeichneten Weg, eine nahe liegende Option gefunden habe. Als ich vermeintlich konkret Grafikdesign begann zu studieren, entdeckte ich Gravierungen... das hat mich komplette gefangen genommen und ich habe mich in die plastischen Künste verliebt.
Wie ich bereits vorher erwähnt habe, war mein erster, bewusster Kontakt mit Kunst bei meinem Eintritt in die staatliche Universität.
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Welche Faktoren beeinflussen Ihre Kunst?
Nachdem ich ein Kunststudent bin, kann ich nicht über die Produktion plastischer Kunst sprechen... Ich habe gerade erst mit der Erkundung von Materialien und Techniken angefangen.. aber innerhalb dieser Erkundung sehe ich mich sehr stark von sexuell bezogenen Themen beeinflusst, mit dem menschlichen Wesen als fleischliches und wollüstiges Gefühl.
Gibt es bestimmte KünsterInnen die Sie bewundern und die Ihre Art beeinflusst haben?
Genauer gesagt, jeder beliebige Künstler…
In meinem Fall fühle ich mich zu Künstlern hingezogen die sexuelle Themen expliziter darstellen, wie etwa Giger.. aber das bedeutet nicht, dass mir andere ausstellende Künstler die anderen Themen und anderen Kulturräumen nicht zusagen.
Da meine Arbeit auf Gravur basiert bewundere ich Aussteller wie Durero und um einen anderen costarikanischen Künstler zu erwähnen, Paco Amiguetti, der einer der herausragenden Plastiker unseres Landes ist.
Was ist Ihr persönliches Ziel als Künstler und auf welche Art würden Sie gerne einer sein?
Mein Ziel für später ist wohlhabend zu sein, in der Geschichte eine Spur zu hinterlassen und für als guter Plastiker zu gelten. Die Befriedigung gute Arbeit geleistet zu haben ist mit keiner finanziellen Entschädigung vergleichbar.
Im Moment bin ich auf die Gravurtechnik spezialisiert.. in der Zukunft möchte ich diese mit Techniken wie Malerei, Stichen und Zeichnungen verbinden.
Wie schwierig glauben Sie ist es im Kunstbereich persönlich erfolgreich zu sein in Lateinamerika?
Im Moment traue ich mich nicht basierend auf Kommentaren von anderen darüber zu sprechen wie schwierig es sich sich auf einem lateinamerikanischen Niveau zu positionieren... was ich mich aber traue zu sagen ist, dass man als zukünftiger Produzent von Plastiken haben muss und sollte ist sein Bestes zu geben.
Hat die zeitgenössische Kunst eine Möglichkeit von der Mehrheit der lateinamerikanischen Bevölkerung akzeptiert und geschätzt zu werden?
Natürlich... im Moment ist es so... was allerdings passiert ist, dass viele Leute die zeitgenössische Kunst mit Produktionen ohne Sinn verwechselt und oft ist das irrelevant.
Was wäre eine Strategie oder Vorgehensweise damit die zeitgenössische Kunst in Costa Rica populärer wäre?
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Man sollte nicht über Strategien im Bezug auf Kunst sprechen.. ich kann aber sagen, dass ein Großteil der zeitgenössischen Kunst in Costa Rica bereits positioniert ist und dass diese Positionierung nicht immer danach erfolgt wie gut die Projekte dieser Bewegung sind sondern aufgrund der sozialen Akzeptanz der Bevölkerung beruht. Was ich damit meine ist, dass die Gesellschaft es nicht möchte oder erziehungsmäßig nicht darauf vorbereitet ist; die Kunst selbst (die Entstehungszeit ist unwichtig) wird niemals akzeptiert oder positioniert sein.
Glauben Sie, dass ein Künstler geboren wird oder durch den Prozess entsteht?
Ich glaube, dass bestimmte Personen mit einer Leichtigkeit zu verstehen und Dinge plastisch projizieren zu können, geboren werden, ein Künstler entsteht aber definitiv im Prozess. Das kommt daher, da verschiedene Kenntnisse für die Produktion von Kunst benötigt werden.
Ist die Kunst ein Gedankenprozess und/oder eine Frage der Inspiration?
Natürlich.. die Kunst ist definitiv ein Produkt dieser zwei Faktoren, da eine Inspiration ohne Gedanken in einem einfachen Gemälde (um einige plastischen Techniken zu erwähnen) enden würde. Auf die gleiche Weise kann man auf plastische Weise nicht planen ohne eine Inspiration oder einen konkreten Gedanken an etwas.
Ist für eine Künstler die formale Ausbildung wichtig?
Ja, wie bereits vorher in diesem Interview erwähnt ist eine formale Ausbildung wichtig.
Welche persönlichen/akademischen Qualitäten sollte Ihrer Meinung nach ein Künstler besitzen?
Künstler sind Menschen (logischerweise) und als solche haben sie verschiedene Persönlichkeiten und psychologische Qualitäten, daher kann man im Bezug darauf nicht von persönlichen Qualitäten sprechen, aber es entspricht den Tatsachen, dass diese Qualitäten oftmals in den Werke eines Künstlers reflektiert werden.
Betreffend der akademischen Qualitäten ist es relativ, da wen wir vergleichen, alle Personen verschiedene Anstrengungen um zu lernen unternehmen müssen.. damit möchte ich sagen, dass eine Person die Kunstkenntnisse schneller als andere verstehen und verändern kann.
Reflektiert die costarikanische Art ihre Traditionen wieder?
Sicherlich, die Kunst als ein Produkt der Gesellschaft, einer Zeit und einer Kultur... das ist der Grund warum ein plastisches Kunstwerk im Allgemeinen durch seine Umgebung beeinflusst wird, auch wenn der Einfluss gering ist.
Worauf basiert “Erfolg” für einen Künstler für Sie?
In der Relevanz seines Werkes. Und das nicht unbedingt in der Zeit in der es sich entwickelt... zum Beispiel bei Van Gogh... der erst nach seinem Tod akzeptiert und verstanden wurde.
Muss ein Künstler darauf vorbereitet sein, sein Werk mit Konzepten und/oder professioneller Ausdrucksweise/Techniken Weise zu verteidigen?
Natürlich, eine plastische Arbeit zu verteidigen ist wirklich wichtig, weil es nicht nur das eigene Wissen das man von seiner eigenen Projektion hat beweist, sondern auch weil es einem auch Glaubwürdigkeit und Rechtfertigung bringt. Natürlich, um seine Plastik zu verteidigen muss man die Sprache gemäß dem Medium wählen. Das geht Hand in Hand mit der konzeptuellen und der projizierten Methodologie des Werkes.
Das Thema un die Komposition eines Werkes müssen geplant und vorher durchdacht werden damit das Werk realisiert wird oder kann es seine Gestalt während des Prozesses einnehmen?
Es ist notwendig vor dem Anfangen einer Arbeit darüber nachzudenken (auf einem Niveau das die Technik oder Methode des Projekts betrifft) wie man die Komposition auflösen kann, betreffend unter anderem die Farbe. Natürlich kann es sich während des Prozesses der Realisierung des Werkes ändern und eine andere Richtung einschlagen.
Wurde die costarikanische Art durch die Kunst der Vereinigten Staaten oder Europas beeinflusst?
Kunst bewegt sich definitiv mit der Masse, das bedeutet, dass nicht nur die costarikanische Kunst durch die Kunst der Vereinigten Staaten und Europa beeinflusst wurde, sondern auch durch asiatische Künstler (zum Beispiel von der Kunst des japanischen Durckes im Falle des costarikanischen Künstlers Paco Amiguetti).
Ist die Schule das Leben, die erlebten Erfahrungen wichtige Faktoren für einen angehenden Künstler?
Natürlich, wie ich bereits vorhin erwähnt habe, ist eine formale Ausbildung sehr wichtig und definitiv notwendig, aber ein Künstler wird nicht nur in den Klassenräumen geschmiedet (heutzutage), sondern die Schule des „Künstlers“ beginnt sobald sie sich die grundlegenden Kenntnisse in den Klassenräumen angelegt haben.
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